Ich sach ma so.....

 

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Wer dumm fragt

Ein sehr kluger Mann hat einmal gesagt:? Die Welt w?re wesentlich ruhiger und friedlicher, wenn die Menschen nur dann spr?chen, wenn sie etwas zu sagen h?tten.?

Ich glaube, das war ich. Doch leider ? Sie wissen es, liebe Leser - finden schlaue Menschen nur selten Geh?r und noch weniger Geh?r findet das, was sie sagen.

Ich meine damit, dass die Welt gebeutelt, ja sogar gepestet ist von leeren Worth?lsen, ?bersprungss?tzen, um peinliches Schweigen zu vermeiden und dramatisch d?mmlichem Smalltalk.
Neulich war ich gezwungen, ein ?ffentliches Verkehrsmittel zu nutzen. Ich hasse es, wenn das passiert, denn damit verringert sich die Distanz zu fremden Menschen auf unter eine Meile und das ist mir entschieden zu nah. Ich sa? also im Bus und versuchte, in meinen Blick eine Mischung aus Nachdenklichkeit, Ablehnung und etwas Psychopathischem zu legen.

Dann h?rte ich neben mir einen alten Mann sprechen:? Na, auch im Bus unterwegs??
Der Mann war offensichtlich stark kurzsichtig, denn mein Blick hatte ihn nicht beeindruckt. Ich frage Sie, liebe Leser, was soll man darauf antworten??? Man k?nnte nat?rlich aufspringen, rufen: ?Himmel, ist das hier nicht das Raumschiff zur Venus??? und dann den Bus durch ein flugs eingeschlagenes Fenster verlassen. Denkbar w?re auch die Antwort: ?Nein, das hier bin nicht ich, sondern mein Hologramm. Ich sitze in der Karibik und verbrenne mir gerade den Hintern in der hei?en Sonne?.
Leider kommt auf solche Antworten h?ufig ein ungl?ubiges ?Echt?? und das w?re der Beginn einer erzwungenen Kommunikation.
Doch, wir wissen es alle, kein Mensch antwortet so. Warum, wei? ich auch nicht, denn es liegt mir eigentlich jedes Mal auf der Zunge.

Ein weiteres sch?nes Beispiel ist meine Mutter. Sie ist eine patente Frau, die ich ehrlich gern habe, doch ihre Art der Kommunikation wird mir auf Ewigkeit ein R?tsel mit sieben Siegeln bleiben. Folgende Szene: meine Mutter l?dt vier Freundinnen zum Kaffee ein. Die Damen erscheinen und was dann passiert, nenne ich gern ?die Trompeterinnen von Jericho?. Alle Beteiligten der Kuchenschlacht beginnen gleichzeitig in einer ohrenbet?ubenden Lautst?rke zu sprechen. Was allerdings noch viel beeindruckender ist, ist die Intensit?t und die L?nge der Monologe, denn die Damen k?nnen tats?chlich 3 Stunden lang reden, ohne auch nur eine Atempause zu machen. Ich habe mich schon einmal in die ?Wortschlacht von Trafalgar? begeben, um festzustellen, wie die Anwesenden ihre lebenswichtigen Funktionen aufrecht erhalten, konnte aber keine Tracheenatmung (wie bei Insekten) oder gar einen anschwellenden Luftsack unter dem Kinn ausmachen.

Ich wei?, dass es ein Krankheitsbild gibt, welches als ?orale Diarrh?? oder auch ?Wortdurchfall? bekannt ist. Hoffentlich ist das nicht erblich.

Was mich aber absolut begeistert, ist die Tatsache, dass, obwohl alle reden, jede nachher genau wei?, was die anderen erz?hlt haben.
Wenn die Damen sich au?erhalb zum ?Wortgefecht bei Sahnetorten? treffen, dann beginnt mit der R?ckkehr meiner werten Frau Mutter ein anderes faszinierendes Ritual. Sie betritt das Haus, nachdem sie sich soeben von Ihren Mitstreiterinnen verabschiedet hat und 250 Meter heimgefahren ist, st?rzt zum Telefon, um die eben Verlassene fernm?ndlich zu kontaktieren und das akustische Dauerfeuer wieder aufzunehmen (f?r mindestens eine Stunde). Wenn ich dann zaghaft frage, was denn in den 40 Sekunden der Heimfahrt alles passiert ist, was einer dringenden Gruppendiskussion bedarf, so antwortet sie mir: ?Wieso, ich habe doch nur gesagt, dass ich gut angekommen bin.?
Gott gebe, dass diese Frau niemals f?r mich telefonisch einen Krankenwagen anfordern mu?!

Es mag Sie vielleicht ?berraschen, aber auch ich habe irgendwann einmal einen Beruf gelernt. Ich habe mich der Servierkunst verschrieben und ergriff die beeindruckende Laufbahn eines Restaurantfachmannes (im Volksmund liebevoll ?Tellertaxi? oder ?Saftschubser? genant).

Auch hier lassen sich zahlreiche putzige Dialoge festhalten. Stellen Sie, lieber Leser, sich bitte vor, Sie st?nden in einer Hoteluniform in einem Raum des Hauses, welcher mit reizvollen Tischen und ebenso sch?nen St?hlen ausgestattet ist, im Hintergrund befindet sich eine K?che komplett mit arbeitendem Koch und an den Tischen sitzen vereinzelt Menschen, welche bei geschmackvoller Musik eine ebenso geschmackvolle Mahlzeit einnehmen.

Pl?tzlich tritt von hinten jemand an Sie heran, tippt auf Ihre Schulter und fragt: ?Ist das hier das Restaurant??. Sie schauen sich noch einmal kurz um, um festzustellen, ob hier irgendwie die M?glichkeit einer Verwechslung best?nde, was leider nicht der Fall ist und antworten sogleich: ? Nein, das ist hier die Schwimmhalle und ich bin der Bademeister. Darf ich Ihnen ein Handtuch reichen??. Das ist nicht nett aber witzig.
Ich pers?nlich habe mal die abgewandelte Variante erlebt. Der Gast sa? bereits am Tisch und empfing mich mit der Frage:? Bekomme ich bei Ihnen etwas zu essen??. Ich konnte so schnell keine versteckte Kamera entdecken und dieser Mann war auch mit Sicherheit nicht Chris Howland und so h?rte ich mich sagen: ?Nein, in diesem Restaurant verkaufen wir ausschlie?lich Badezimmerarmaturen. Vielleicht darf ich Ihnen einmal unsere sch?nsten St?cke zeigen??
Mein Problem ist, dass ich manchmal nicht die Kontrolle dar?ber habe, was so aus meinem Mund herausf?llt. Es ist vielmehr so, dass ich geradezu gezwungen bin, auf manche Frage zu antworten; ansonsten k?nnte ich k?rperlichen Schaden nehmen (?hnlich wie bei einem krampfhaft unterdr?ckten Pups).

So h?re ich mich also sprechen, schlie?e anschlie?end meine Augen wie das Opfer eines Erschie?ungskommandos und versuche mich damit anzufreunden, dass sich gleich mein Nasenbein verabschieden wird. Nichts geschieht. Ich ?ffne zaghaft ein Auge und erkenne im gleichen Moment den Direktor unseres Hauses. Ich hatte an diesem Tag sehr fr?h Feierabend...

Neulich ging ich mit einer Freundin (sie schuldet mir Geld und mu? sich deshalb mit mir abgeben) spazieren, als uns pl?tzlich freundliche Regentropfen empfingen.

Sie schaute mich an und fragte: ?Regnet es etwa??. Ich blickte gen Himmel und sprach bedeutungsschwanger:? Nun, ich bin kein Meteorologe, aber gewisse Volksgruppen in diesem Land bezeichnen Wasser, wenn es von oben kommt und nass ist, gern als ?Regen?. Es gibt da noch ein andere lustige Variante: den Schnee, aber der kommt im Juli seltener vor.?

Sie war daraufhin sehr ver?rgert: ?Kannst du mir keine ordentliche Antwort geben??, worauf ich entgegnete:? Kannst du mir keine ordentliche Frage stellen??.

Dann entwand sie sich meiner z?rtlichen Umklammerung und meinte entr?stet: ?Am besten, man stellt einem Arschloch wie dir gar keine Fragen.?

Ja, das k?nnte stimmen.
1.9.05 17:57
 


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Christian (2.9.05 21:03)
Moin Coastbuster,

wieder eine kurzweilige Edition..und wirklich nicht übertrieben. That's life...



Ers'ma'

Christian


same (5.9.05 11:14)
hahahahahahallo coastbuster,
...wie das leben so spielt, hahahahaha

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