Ich sach ma so.....

 

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Versuch eines kleinen Tabu-Bruchs

Es ist, liebe Leser, nicht das erste Mal, dass ich selbst eines meiner Tabus breche, und wenn ich ehrlich bin, setze ich mir selbst nur Regeln und Grenzen, um sie zu brechen und überschreiten. Das gibt mir diesen verwegenen Touch eines literarischen Outlaws; man könnte geradezu sagen, ich bin der Robin Hood der Schreibmaschine. Das ist eine prickelnde Erfahrung für jemanden, dessen Persönlichkeit ansonsten so farbenfroh ist wie das Bild eines 50ger-Jahre-Fernsehers. Es ist viel mehr: es ist das Salz in der Suppe meines tristen Daseins und manchmal erwische ich mich nachts dabei, wie meine Lippen kaum hörbar das Wort „Ficken“ formen. Ich bin schon so ein kleiner Revoluzzer.

Jetzt fragen Sie sich natürlich zu Recht, worin denn mein ach so böser Tabubruch besteht? Nun, mein seliger Vater pflegte stets zu sagen „Wenn Du Dich jemals in Gesellschaft äußerst, dann vermeide die Themen „Kirche“ und „Politik“. Das gibt nur Ärger.“. Nun kann mir mein Herr Erzeuger schon seit einigen Jahren aufgrund einer letal begründeten Teilnahmslosigkeit nicht mehr in mein Leben quatschen und außerdem habe ich das erste Tabu (nämlich mich über die Kirche zu äußern) schon vor Jahren gebrochen – schauen Sie nur auf die erste Story dieses Blogs. Obwohl ich mich satirisch kaum zurückgehalten habe, habe ich bis auf die kleinen Gebrechen eines Mannes in meinem doch recht fortgeschrittenen Alter bisher keine Nachteile von göttlicher Seite verspürt. Ist also alles nicht so schlimm.

Nun habe ich vor, das zweite Tabu zu brechen, da die momentane politische Lage und besonders die putzigen kleinen Figuren auf der politischen Bühne unseres Landes geradezu danach schreien, satirisch und respektlos kommentiert zu werden. Außerdem fällt mir nichts anderes ein. Wo beginnen wir? Natürlich mit der Wahl in Schleswig-Holstein, meinem Heimatland, und auch wenn ich seit Jahren ausschließlich ein Wahllokal betrete, um meinen Wahlzettel ungültig zu machen, so darf ich mir doch eine Meinung bilden. Außerdem kann ich – egal was passiert – immer sagen „Ich habe diese Schwachköpfe nicht gewählt!“. Selbstlügen sind etwas Tolles.

Allerdings wird diese Geschichte nicht nur eine Abrechnung mit der aktuellen politischen Landschaft, nein, sie ist vielmehr ein historisches Dokument, welches kommenden Generationen ein gutes Bild über den Zustand einer Partei geben darf, an welche man sich in fünf bis zehn Jahren nicht mehr erinnern wird. Schon jetzt zeichnet sich bei einem nicht gerade kleinen Teil unserer Bevölkerung bei den Buchstaben „FDP“ ein fragender Gesichtsausdruck ab. Das die meisten Deutschen die „Piratenpartei“ immer noch für eine radikale Splittergruppe der christlichen Pfadfinder halten, ist durchaus nachzuvollziehen. Eine Partei, welche entweder keine Meinung zu Themen hat oder die Führungsriege zu anderen Bereichen Ansichten vertritt, welche sich gegenseitig ausschließen, wird von der Öffentlichkeit nicht gerade als Einheit wahrgenommen – eher als ein Haufen, welcher zufällig die gleichen T-Shirts trägt. Dabei gab es die FDP einmal und sie verband so großartig klingende Namen wie Genscher und äh….und äh…und….na ja, Genscher eben und bestimmt noch ein paar andere, welche mir nur gerade nicht einfallen wollen. Was wurde also aus der einstmals so stolzen Gruppe Gleichgesinnter mit edlen Motiven? Wir wollen doch nicht vergessen, wer die Wahl in Schleswig-Holstein gewonnen hat: es war nicht die FDP, es war Wolfgang Kubicki. In NRW verhält es sich ähnlich. Auch dort war der hohe Prozentsatz der Verdienst des einstmaligen Königsmörders Lindner. Man fragt sich momentan, was schlimmer ist: eine Partei ohne Konzept und Inhalte oder ein Parteichef ohne Rückgrat und Profil. Ja, er wirkt eher wie ein kleiner Flüchtlingsjunge des Vietnamkrieges und kann allerhöchstens mit seinem knuddeligen Äußeren noch Mitleid erzeugen. Philipp Rösler ist zu einer politischen Wanderhure geworden, der jedem in den Hintern kriecht, welcher auf der Beliebtheitsskala vor ihm liegt (was auf so ziemlich jeden zutrifft). Vorbei und vergessen sind die bösen und überheblichen Kommentare gegen die einstigen Gegenspieler Kubicki und Lindner. Rösler hatte es sogar geschafft, dem nordischen Revoluzzer das „du“ aufzunötigen, was dieser mit ebenso sauertöpfischer wie angewiderter Miene verkündete. All die politischen Wunderknaben, welche Rösler als große Retter präsentierte sind ebenso im tiefen und dunklen Tal der Bedeutungslosigkeit verschwunden wie es auch der Parteivorsitzende tun wird. Wie sieht also die berufliche Zukunft des PR aus? Es gibt erste viel versprechende Angebote vom Zirkus Krone und Barum, welche den FDP-Mann gern als Schlangenmenschen präsentieren möchten. Ohne Rückgrat kann er seinen Oberkörper um dreihundertsechzig Grad drehen, ohne seinen Unterbau bemühen zu müssen und auch das Durchmogeln und Verbiegen beherrscht unser Philipp doch bestens! Wer durch das Arschloch eines „Parteifreundes“ gleiten kann wie ein Octopus, den hält wirklich nichts mehr auf! Und sollte es wirklich einmal eng werden, so verfügt Herr Rösler über bestens trainierte Schleimdrüsen, um die ihn jeder Aal beneiden dürfte.
Momentan lässt ihn seine Mediengeilheit all das tun, was ein Politiker mit Anstand und Ehre schon längst nicht tun würde: sich für ein bisschen Sendezeit im Fernsehen zu prostituieren. Nein, es ist nicht zum Ansehen und nicht zum Anhören. Zumindest in dieser Phase nicht. Aber ich verfolge regelmäßig die politischen Debatten auf „Phoenix“, denn lange kann es nicht mehr dauern, bis Herrn Rösler die letzten dümmlichen Kommentare ausgehen und dann kann man auf Zaubertricks und Kartenkunststückchen hoffen. Das wäre doch zu nett! Mit ein bisschen Übung wäre es ihm vielleicht sogar möglich, einen Wasserball auf der Nase zu balancieren – den Fisch zur Belohnung würde ich spendieren. Auch eine Clownsnummer wäre denkbar, denn schließlich weiß niemand besser als Rösler, wie man sich zum Deppen macht. Wir dürfen uns also auf die Entwicklungen in naher Zukunft freuen. Es wird sehenswert werden.

Allerdings ist zu hoffen, dass Herr Rösler diese seine letzte Chance ergreift, denn ansonsten kann er höchstens Jürgen Möllemann politisch beerben. Es fragt sich allerdings, wer am Ende härter aufgeschlagen ist.
27.6.12 07:31
 
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